„Angesichts dessen, dass unsere Völker am Rand der Hoffnungslosigkeit stehen, habe ich mich entschlossen, meinen Protest auszudrücken und die Leute dieses Landes wach zu rütteln. Meine Forderung: Abschaffung der Zensur (Jan Palach, 1969); Gleichberechtigung der Frau (Sahar Khodayari, 2019); Kampf gegen Rassismus und gleiche Rechte für Ausländer*innen (Semra Ertan, 1982); Beendigung des Krieges (Malachi Ritscher, 2006); Freie Religionsausübung (Thích Quàng Dúnc, 1963); Beendigung des Rüstungswahnsinns (Dietrich Stumpf, 1982), …“
Seit dem berühmten Fall des Mönchs Thích Quàng Dúnc 1963, der sich selbst tötete, um gegen die Diskriminierung von Buddhisten in Südvietnam zu protestieren, hat sich die Selbstverbrennung als eine Form des politischen Protests etabliert. Seit 1963 verbrannten sich weltweit mindestens 900 Menschen an öffentlichen Plätzen aus Protest, die Dunkelziffer wird auf weit über 3000 geschätzt. Diese Form des Protests kommt zwar selten vor, doch in den symbolischen und erschütternden Taten verdichten sich Diskurse, die heute für unsere politische und gesellschaftliche Situation von höchster Relevanz und Aktualität sind.